Glossar

IT-Dokumentation

IT-Dokumentation umfasst die Gesamtheit aller Dokumente und Nachweise, die Aufbau, Betrieb, Weiterentwicklung, Sicherheit und Notfallvorsorge der IT beschreiben oder nachweisen. Sie bildet die gemeinsame Grundlage für IT-Betrieb (System- und Plattformbetrieb), Anwendungsmanagement, IT-Servicemanagement, IT-Sicherheit, Notfallmanagement sowie für die Steuerung von Kunden- und Lieferantenbeziehungen im IT-Umfeld.

Die IT-Dokumentation als Grundlage der IT-Organisation

IT-Dokumentation ist kein einzelnes Dokument, sondern eine modulare Informations- und Dokumentationslandschaft, die alle relevanten Aspekte der IT abdeckt:

  • Was tut die IT? – Services, Anwendungen, Funktionen.
  • Wie ist die IT aufgebaut? – Systeme, Plattformen, Infrastrukturen, Schnittstellen.
  • Wie wird die IT betrieben? – Aufgaben, Prozesse, Rollen, Werkzeuge.
  • Wie wird Sicherheit gewährleistet? – Sicherheitsziele, Risiken, Maßnahmen.
  • Wie wird mit Notfällen umgegangen? – Notfallstrategien, Wiederanlaufpläne, Übungen.
  • Wie ist die Zusammenarbeit mit Kunden und Dienstleistern geregelt? – Servicekatalog, SLAs, Verträge, Nachweise.

Eine nachhaltige IT-Dokumentation ist bereichsübergreifend (IT-Betrieb, Anwendungen, Services, IT-Sicherheit, Notfall, Outsourcing), strukturiert (Dokumentationsarchitektur mit Ebenen und Dokumententypen), gesteuert (Dokumentationsmanagement mit Prozessen, Rollen, Werkzeugen) und auditfähig (erfüllt Anforderungen aus geltenden Regularien).

IT-Dokumentation ist kein Selbstzweck, sondern ein Produktionsfaktor der IT. Sie vernetzt Informationen aus den verschiedenen Aufgabenbereichen:

System- und Architekturbetrieb

Dokumentation der Infrastruktur (Server, Netz, RZ), Architekturpläne, Konfigurationen und Betriebshandbücher für Basisdienste.

Anwendungsmanagement

Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus – von der Anforderung (Lastenheft) über die Architektur (Systementwurf) bis zum Betrieb (Admin-Handbuch) und Release-Management.

IT-Servicemanagement (ITSM)

Dokumentation der Services (Servicekatalog, SLAs) und Prozesse (Incident/Change Management). Sie macht Leistungen für den Kunden transparent.

Outsourcing/Provider

Dokumentation der Schnittstellen zu Dienstleistern (Verträge, Leistungsbeschreibungen, Verantwortungsabgrenzung). Integration von Provider-Dokumenten in die eigene Landschaft.

ISMS & Sicherer IT-Betrieb

Dokumentation von Sicherheitsvorgaben (Richtlinien), Risiken und Kontrollen. Sie ist der Nachweis für die Einhaltung von Sicherheitsstandards.

Notfallmanagement

Bereitstellung von Notfallhandbüchern und Wiederanlaufplänen, die im Ernstfall die Handlungsfähigkeit sichern.

Beispiele

  • Strategische Ebene: IT-Strategie, Dokumentationsrichtlinie, Sicherheitsleitlinie.
  • Taktische Ebene: Betriebskonzepte, Sicherheitskonzepte, Notfallkonzepte, Service Level Agreements (SLA).
  • Operative Ebene: Betriebshandbücher, Installationsanleitungen, Wiederanlaufpläne, Netzwerkpläne.
  • Nachweis-Ebene (Records): Wartungsprotokolle, Incident-Tickets, Audit-Berichte, Change-Requests.

Abgrenzung und Synonyme

Abgrenzung zur Technischen Redaktion

  • Technische Redaktion: Erstellt oft Produktdokumentation für externe Kunden (Bedienungsanleitungen).
  • IT-Dokumentation: Fokussiert auf den internen IT-Betrieb und die Bereitstellung von Services.

Abgrenzung zum Wissensmanagement

IT-Dokumentation ist strukturierter und stärker formalisiert (Nachweispflicht), während Wissensmanagement auch implizites Erfahrungswissen umfasst.

Synonyme

Verwandte Begriffe

FAQ IT-Dokumentation

Zunächst sollte eine strukturierte Bestandsaufnahme erfolgen (Was gibt es wo? Was ist relevant, veraltet oder doppelt?), gefolgt von einem Zielbild mit klarer Dokumentationsarchitektur und Zielplattform. Auf dieser Basis können Migrationsregeln definiert und die Restrukturierung mit einem Pilotbereich begonnen werden, bevor sie schrittweise auf weitere Systeme und Services ausgeweitet wird.

Die Sicherung von Know-how und die Unabhängigkeit von Kopfmonopolen. Der IT-Betrieb muss auch funktionieren, wenn Schlüsselpersonen ausfallen (Vertretbarkeit).

Bewährt hat sich, einen Stichtag für die neue Struktur und Regeln zu setzen und Altbestände in einem separaten Bereich nur noch zur Recherche vorzuhalten. Benötigte Dokumente werden dann bei Nutzung schrittweise geprüft, überarbeitet und in die neue Struktur übergeführt, ergänzt um eine klare Statuskennzeichnung (z. B. aktiv, in Überarbeitung, archiviert).

Wichtig ist, vorhandene Dokumentationen und Dokumente über Verlinkungen, Metadaten und „Landing Pages“ zu verbinden, anstatt Inhalte zu duplizieren. Standardisierte Vorlagen erleichtern die Überführung und sorgen dafür, dass die Dokumentation schrittweise in eine konsistente Gesamtstruktur hineinwächst.

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