Glossar

Von einer babylonischen Sprachverwirrung zu sprechen, wäre vielleicht übertrieben, aber von einer eindeutigen Verwendung der Begriffe sind wir im Bereich der IT-Dokumentation weit entfernt. So sprechen die einen von Konzepten, andere von Betriebshandbüchern und meinen eigentlich das gleiche. Umgekehrt gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen, welche Inhalte ein IT-Konzept haben sollte. Ziel unseres Glossars ist es, einen Vorschlag zur Vereinheitlichung von Begriffsinhalten im IT-Dokumentations-Umfeld zu machen und einen Wegweiser durch den – Begriffsdschungel zur Verfügung zu stellen.

Aktivität

Der Begriff „Aktivität“ wird im deutschen Sprachgebrauch unterschiedlich verwendet. In Prozessen bzw. in Verfahren bildet eine Aktivität die kleinste Ausführungseinheit und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Verantwortung für diese nicht unterteilbar ist. Die Durchführung von Aktivitäten sollte durch Arbeitsanweisungen bzw. Arbeitsanleitungen unterstützt werden.

Änderungsanforderung

Eine Änderungsanforderung beschreibt einen standardisierten Antrag zur Durchführung einer Änderung im Rahmen des betrieblichen Änderungsmanagements bzw. im Rahmen von Projekten. Der Antrag muss alle Informationen enthalten, die zur Genehmigung der beantragten Änderung erforderlich sind.

Änderungsmanagement

Das Änderungsmanagement hat die Aufgabe, strategische, taktische und operative Änderungen ganzheitlich zu planen, zu autorisieren, zu koordinieren und  eine unterbrechungsfreie Einführung in denBetrieb sicherzustellen. Es steuert alle Veränderungen an vorhandenen IT-Komponenten, das Hinzufügen neuer Komponenten sowie deren Außerbetriebnahme. Ziel ist, dass Änderungen an Systemen oder Prozessen kontrolliert und dokumentiert erfolgen. Die DIN 69901-5 zählt zu den Aufgaben des Änderungsmanagements die „Erfassung, Bewertung, Entscheidung, Dokumentation und Steuerung der Umsetzung von Änderungen“. Abzugrenzen hiervon ist das Veränderungsmanagement.  Zu beachten ist, dass der englische Begriff Change Management sehr häufig für beides verwendet wird, was zu Missverständnissen führen kann.

Arbeitsanleitungen

Arbeitsanleitungen gehören zu den Arbeitshilfen. Sie liefern in textueller Form detaillierte Informationen zur Unterstützung der Aufgabenerfüllung. Im  Gegensatz zu Arbeitsanweisungen haben Anleitungen keinen anweisenden Charakter.

Arbeitsanweisungen

Arbeitsanweisungen stellen Vorgaben für die ordnungsgemäße Ausführung einer bestimmten Arbeit dar. Sie beschreiben detailliert und für den Ausführenden verständlich, verbindlich und verpflichtend auf welche Art eine Tätigkeit auszuführen ist. Im Gegensatz zu den Arbeitsanleitungen haben Arbeitsanweisungen verbindlichen Charakter. Arbeitsrechtlich konkretisieren Arbeitsanweisungen rechtsverbindlich wie die arbeitsvertraglich geschuldete Arbeitsleistung eines Arbeitnehmers generell oder im Einzelfall auszuführen ist. Der englische Begriff Work Instruction wird sehr häufig sowohl für Arbeitsanweisungen, als auch für Arbeitsanleitungen verwendet.

Arbeitshilfen

Arbeitshilfen ergänzen übergeordnete Vorgabedokumente und liefern detaillierte Informationen zur Unterstützung der Aufgabenerfüllung. Hierbei kann es sich um Anleitungen, Checklisten, grafische Arbeitsabläufe und Fragenkataloge o.ä. handeln.

Aufzeichnungen

Aufzeichnungen stellen als Nachweisdokumente einen speziellen Dokumententyp dar. Sie entstehen im Rahmen der Serviceerbringung und beschreiben erreichte Ergebnisse. Sie dienen der Nachweispflicht für eine ordnungsgemäße Geschäftsführung und der Einhaltung von Anforderungen. Da Aufzeichnungen per Definition nach deren Erstellung nicht verändert werden, gibt es für diese keine Revisionstände. Typischerweise zählen Systemprotokolle, Auswertungen (Reports, Analysen, Statistiken), Protokolle (Testprotokolle, Abnahmeprotokolle u.a.), ausgefüllte Formulare und Checklisten zu den Aufzeichnungen.

Aufzeichnungsdokumente

Aufzeichnungsdokumente gehören zu den Nachweisdokumenten und werden im allgemeinen Sprachgebrauch meist kurz als Aufzeichnungen bezeichnet.

Bebauungsplan

Eine allgemeingültige Definition für Bebauungsplan lautet: „Plan, nach dem eine Fläche bebaut werden darf“. Allgemein bedeutet der Begriff des Bebauens das Inbezug-Setzen von Bebauungsobjekten zu Bezugsobjekten. Und genau in dieser Eigenschaft finden sie auch zunehmend in der Informationstechnologie Anwendung. Bebauungspläne visualisieren die IT-Landschaften und stellen in graphischer Form den Ist-Zustand oder auch den Plan-Zustand der IT-Infrastruktur und der Anwendungslandschaft in Beziehung zu den Geschäftsprozessen und den Organisationseinheiten dar. Durch die Verknüpfung zwischen den (Anforderungen aus den) Business Prozessen und der IT-technischen Umsetzung bieten sie eine ganzheitliche Sicht der IT- und Anwendungslandschaft und sind damit nicht nur ein wichtiges Planungswerkzeug für das IT-Management, sondern auch ein immens nützliches Werkzeug für den operativen IT-Betrieb.