Die Systemakte bezeichnet in früheren Ansätzen die Zusammenstellung aller Informationen zu einem konkreten, einzelnen IT-System (z. B. einem spezifischen Server oder einer Anwendung). Sie bündelt technische Daten (Konfiguration, Installation) mit administrativen Informationen (Verträge, Historie). Wichtiger Hinweis: Im aktuellen Ansatz geht die Systemakte im integrierten Betriebskonzept auf und wird zunehmend nicht mehr als separates Artefakt geführt.
Die Systemakte im IT-Betrieb
Die Systemakte beschreibt Aufbau, Struktur, Komponenten und Schnittstellen eines IT-Systems oder einer Anwendung. Sie liefert das technische Verständnis für Planung, Betrieb, Änderungen, Sicherheit und Notfallvorsorge und beantwortet insbesondere:
Was ist das für ein System? (Zweck, fachlicher Kontext)
Wie ist es aufgebaut? (Architektur, Komponenten, Datenfluße, Schnittstellen)
Welche Abhängigkeiten bestehen? (zu anderen Systemen, Infrastrukturen, Services)
Sie dient u. a. als Grundlage für:
IT-Betrieb und Service Desk (Verständnis der Systemlandschaft, Fehleranalyse),
Change- und Release-Management (Abschätzung von Auswirkungen),
Informationssicherheit (Schutzbedarfs- und Risikoanalyse, Maßnahmenplanung),
Notfallplanung (Kritikalität, Wiederanlaufwege),
Audits (Nachweis strukturierter Systeme und klarer Verantwortlichkeiten).
Neben der technischen Beschreibung enthält die Systemakte oft auch kaufmännische und rechtliche Belege (Lizenzurkunden, Wartungsverträge, Abnahmeprotokolle), die den Lebenszyklus des Systems dokumentieren.
Der Wandel zum Betriebskonzept
In modernen, dynamischen IT-Umgebungen (Virtualisierung, Cloud, DevOps) ist die Trennung zwischen statischem Aufbau (Systemakte) und dynamischem Ablauf (Handbuch) oft nicht mehr sinnvoll und führt zu Inkonsistenzen. Daher empfiehlt der aktuelle Ansatz, die Inhalte der ehemaligen Systemakte (Architektur, Konfiguration, Parameter) direkt in das systembezogene Betriebskonzept zu integrieren. Die „Systemakte“ existiert somit heute oft nur noch als logische Sicht innerhalb einer CMDB oder eines Wikis oder als Synonym für den technischen Teil eines Betriebskonzepts.
Beispiele
Klassischer Ansatz (veraltet)
Dokument A: „Betriebshandbuch Exchange“ (nur Prozesse wie Backup/Restore).
Ein integriertes „Betriebskonzept Exchange“: Es enthält sowohl die technischen Parameter (ehemals Systemakte) als auch die Backup-Prozesse (ehemals Handbuch), um Redundanzen zu vermeiden.
Abgrenzung und Synonyme
Abgrenzung zur Systemdokumentation
Systemakte: Bezieht sich auf ein einzelnes Asset (Instanz-Ebene, z. B. „Server XY“).
Nein. Die Systemakte (Beschreibung des Aufbaus) ist nur die halbe Miete. Ohne die Beschreibung der Betriebsprozesse (Backup, Restore, User-Anlage) ist ein sicherer Betrieb nicht gewährleistet. Daher empfehlen wir das integrierte Betriebskonzept.
Diese verbleiben in den kaufmännischen Systemen oder einer zentralen Vertragsdatenbank. Das Betriebskonzept verweist lediglich darauf, ohne Daten zu duplizieren.