Glossar

Dokumentationsmanagement

Dokumentationsmanagement umfasst die geplante, gesteuerte und überwachte Behandlung aller relevanten Dokumente und Aufzeichnungen einer Organisation – von der Konzeption über Erstellung und Freigabe bis zur Pflege, Nutzung und Archivierung. Ziel ist eine vollständige, aktuelle, nutzbare und auditfähige Dokumentation.

Das Dokumentationsmanagement in der IT-Organisation

Dokumentationsmanagement ist mehr als „Dokumente ablegen“. Es ist ein systematischer Managementprozess, der sicherstellt, dass:

  • alle erforderlichen Dokumente und Nachweise (dokumentierte Informationen) identifiziert sind,
  • diese in einer durchdachten Dokumentationsarchitektur strukturiert und auffindbar sind,
  • Erstellung, Review, Freigabe, Verteilung, Änderung und Archivierung geregelt sind,
  • Dokumentation tatsächlich im Alltag genutzt wird (Betrieb, Sicherheit, Notfall, Projekte),
  • Norm-, Gesetzes- und Vertragsanforderungen erfüllt und nachweisbar sind.

Kernaufgaben des Dokumentationsmanagements

Ziel- und Anforderungsanalyse

  • Welche Dokumente und Nachweise werden in IT-Betrieb, Anwendungsmanagement, ITSM, ISMS, Notfall- sowie Kunden- und Lieferantenmanagement benötigt?
  • Welche Anforderungen ergeben sich aus Normen, Gesetzen, Verträgen und internen Vorgaben?

Konzeption und Maßnahmenplanung

  • Entwicklung einer Dokumentationsarchitektur (Dokumententypen, Ebenenmodell, Sichten).
  • Definition von Dokumentationsprozessen (Erstellung, Review, Freigabe, Pflege, Archivierung).
  • Festlegung von Rollen und Verantwortlichkeiten (Owner je System/Service/Anwendung/Thema).
  • Unterstützung bei der Tool-Evaluierung (DMS, SharePoint, Confluence, ISMS-/ITSM-Tools, Wikis).

Umsetzung und Optimierung

  • Erstellung von Vorgabedokumenten (Richtlinien, Konzepte, Standardvorlagen).
  • Aufbau einer Dokumentationsplattform (z. B. SharePoint, Confluence) für IT-Betriebs-, Service-, Anwendungs-, Sicherheits- und Notfalldokumentation.
  • Implementierung von Freigabe- und Änderungsprozessen.
  • Schulung und Coaching der Mitarbeitenden (z. B. in Workshops, QuickChecks, Seminaren).

Pflege und Qualitätssicherung

  • Überwachung der Dokumentationsprozesse.
  • Regelmäßige Qualitätssicherung (Vollständigkeit, Aktualität, Konsistenz).
  • Pflege der Plattform, Metadaten, Strukturen und Berechtigungen.
  • Sicherstellung von Compliance-Anforderungen (ISO 9001, ISO 27001, BSI, ISO/IEC 20000, DSGVO u. a.).
  • Unterstützung bei Auditvorbereitung und -begleitung (Dokumenten- und Nachweisbereitstellung, Schließen von Lücken).

Abgrenzung und Synonyme

Abgrenzung zu Dokumentenmanagement

Dokumentationsmanagement

  • steuert die fachliche Planung, Struktur und Qualität der Dokumentation inhaltlich (Was wird dokumentiert? Welche Dokumententypen? Welche Architektur? Welche Qualität?)

Dokumentenmanagement (oft im Kontext von DMS-Systemen)

  • erstreckt sich von der Erstellung und Qualitätssicherung über die Bereitstellung, Nutzung und Aktualisierung bis zur Archivierung und Löschung von zu lenkenden Dokumenten.

Synonyme

  • Management der Dokumentation
  • Management dokumentierter Informationen

Verwandte Begriffe

FAQ Dokumentationsmanagement

Weil sich Dokumentation sonst ungeplant und widersprüchlich entwickelt: doppelte Inhalte, Lücken, veraltete Dokumente, schwer auffindbare Informationen. Dokumentationsmanagement sorgt dafür, dass Dokumentation gezielt aufgebaut, sinnvoll strukturiert, aktuell gehalten und tatsächlich genutzt wird – und im Audit Bestand hat.

Ein sinnvoller Weg ist: Bestandsaufnahme („Dokumentations-QuickCheck“), Definition von Zielen und Anforderungen, Entwurf einer Dokumentationsarchitektur und grundlegender Prozesse, Festlegung von Dokumentationsprozessen und Rollen (Owner, Redakteure, Freigebende), schrittweiser Aufbau bzw. Bereinigung des Dokumentenbestands.

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